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Dassault Falcon 7X
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Die Falcon 7X (ursprĂŒnglich Falcon FNX genannt) ist ein GeschĂ€ftsreiseflugzeug des französischen Herstellers Dassault Aviation. Die 7X ist als Konkurrenzmodell zur Gulfstream G550 von Gulfstream Aerospace und zur Global Express XRS von Bombardier positioniert. Der Erstflug des Modells erfolgte am 5. Mai 2005, und am 27. April 2007 konnte die erste Maschine einem Kunden ĂŒbergeben werden. Mit den VorgĂ€ngern der Falcon-Serie hat die 7X nicht viel gemein, vielmehr handelt es sich um eine weitgehende Neukonstruktion. Zu den technischen Neuerungen zĂ€hlen insbesondere eine Fly-by-wire-Steuerung sowie die komplett computerisierte Entwicklung.

Contents

‱ Geschichte
‱ Technik
‱ Triebwerke
‱ Kabine
‱ Produktion
‱ Nutzer
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Geschichte

Das Projekt 7X wurde an der Paris Air Show 2001 noch unter der vorlĂ€ufigen Entwicklungsbezeichnung Falcon FNX der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Oktober desselben Jahres taufte Dassault das neue Flugzeug auf den definitiven Namen Falcon 7X.cite-ref-1[1] Am 15. Februar 2005 fand schließlich das Rollout des ersten Prototyps statt, und am 5. Mai desselben Jahres hob der erste Prototyp mit den Piloten Yves Kerherve und Philippe Deleume fĂŒr 96 Minuten zum ersten Mal vom Flughafen Bordeaux-MĂ©rignac ab. Exakt einen weiteren Monat spĂ€ter hob bereits der zweite Prototyp in MĂ©rignac ab, kurz bevor am 15. Juni eine 7X fĂŒr die Paris Air Show nach Le Bourget verlegt wurde. Die Zulassung fĂŒr die USA durch die FAA und fĂŒr Europa durch die EASA folgte am 27. April 2007. Insgesamt wurden vier Maschinen fĂŒr Flugtest- und Zulassungsprogramm verwendet. Am 15. Juni 2007 wurde die erste Maschine ausgeliefert. Bis Ende 2009 konnte Dassault ĂŒber 250 Bestellungen verzeichnen.cite-ref-2[2] Am 4. Mai 2010 wurde im Rahmen der EBACE die 75. Falcon 7X an Saudia Private Aviation (SPA) – eine Tochtergesellschaft der Saudi Arabian Airlines und grĂ¶ĂŸter 7X-Betreiber – ĂŒbergeben.cite-ref-3[3] Um die Gewinnschwelle zu erreichen, muss Dassault wenigstens 300 Maschinen verkaufen.

Nach einem Zwischenfall am 25. Mai 2011 beim Flug einer Maschine von Deutschland nach Kuala Lumpur, bei dem sich die Maschine wĂ€hrend des Anfluges auf den Zielflughafen durch eine automatisch ausgelöste hecklastige Trimmung stark aufbĂ€umte, jedoch noch sicher gelandet werden konnte, wurde den Maschinen dieses Typs fĂŒr einige Wochen die Flugerlaubnis durch die EASA entzogen. Als Ursache stellte sich ein Produktionsfehler in einer der beiden Leitwerkskontrolleinheiten (HSECU) heraus, die im Rahmen einer UmrĂŒstaktion ersetzt wurden.cite-ref-4[4]

Am 9. Juli 2012 wurde im Werk Bordeaux-MĂ©rignac die 200. Maschine gefertigt. Zu diesem Zeitpunkt waren 150 StĂŒck bereits an Kunden aus 32 LĂ€ndern weltweit ĂŒbergeben, und 50 StĂŒck befanden sich bei Innenraumausstattungsarbeiten. Die 150 bereits fliegenden Maschinen hatten bis dahin 130.000 Flugstunden absolviert.cite-ref-5[5]

Auf der EBACE 2014 wurde die gestreckte Variante der 7X als Falcon 8X prÀsentiert.cite-ref-6[6]

Bis Anfang 2023 sind nach Herstellerangaben 270 Flugzeuge ausgeliefert worden, die zusammen bisher ĂŒber 550.000 Flugstunden gesammelt haben.cite-ref-7[7]

Technik

TragflÀchen

Die Falcon 7X weist – wie in der Zivilluftfahrt seit Jahrzehnten ĂŒblich – eine Tiefdeckerauslegung auf. Nachdem sich die TragflĂ€chen der Falcon 50 – die ersten zivilen superkritischen TragflĂ€chen ĂŒberhaupt – so bewĂ€hrt hatten, dass sie fĂŒr die Falcon 900 und 2000 fast unverĂ€ndert ĂŒbernommen wurden, erhielt die 7X wieder komplett neu entwickelte TragflĂ€chen. Dabei wurde einerseits die Pfeilung deutlich erhöht und andererseits die Streckung von 7,6 auf 9,72 gesteigert. Zu letzterem leisten die Blended Winglets aber einen unterdurchschnittlichen Beitrag, da sie erst im Laufe der Entwicklung hinzu kamen. Es wĂ€re zwar möglich gewesen, die Streckung und die Effizienz durch grĂ¶ĂŸere Winglets weiter zu steigern, dies hĂ€tte jedoch aufgrund der nachtrĂ€glichen Einplanung eine VerstĂ€rkung der TragflĂ€chenstruktur nötig gemacht, was das Gewicht und die Entwicklungsdauer deutlich erhöht hĂ€tte. Die TragflĂ€chen weisen, wie bereits die FlĂŒgel der Falcon 50, einen Knick in der FlĂŒgelvorderkante auf. Beide Pfeilungen wurden gegenĂŒber dem Ausgangsdesign deutlich um jeweils 5° erhöht, wobei die innere Pfeilung nun 34° und die Ă€ußere Pfeilung 30° betrĂ€gt. Sowohl die erhöhte Streckung als auch die höhere Pfeilung senken den induzierten Widerstand und ermöglichen somit höhere Geschwindigkeiten und Effizienz. Ebenfalls zur Effizienz trĂ€gt das verbesserte Profil der TragflĂ€chen bei, die nun an der Wurzel dicker, am Ende jedoch dĂŒnner sind. Durch den Knick in der TragflĂ€chenvorderkante, VorflĂŒgel (slats) ĂŒber die ganze Spannweite, Spaltklappen (slotted flaps) und die um 44 % vergrĂ¶ĂŸerte FlĂŒgelflĂ€che – was trotz der hohen erreichten Streckung erreicht wurde – konnte der Auftrieb bei geringen Geschwindigkeiten maßgeblich erhöht werden. Dadurch sollen die guten Langsamflug-, Start- und Landeeigenschaften der bisherigen Falcons bewahrt werden können. Dassault selbst bezeichnet die neuen TragflĂ€chen als die wichtigste Innovation in der Falcon-Serie seit 30 Jahren. Insgesamt sollen die TragflĂ€chen um 30 % effizienter sein als das VorgĂ€ngermodell, weshalb dieselbe Konstruktion auch bei kĂŒnftigen Falcon-Modellen genutzt werden soll.

Triebwerke

Dassault hat mit der Falcon 50 in den 1970er-Jahren die fĂŒr GeschĂ€ftsreiseflugzeuge einmalige Auslegung als Dreistrahler eingefĂŒhrt und diese Tradition seither mit jedem neuen Topmodell – in den 1980er-Jahren die Falcon 900 und nun die Falcon 7X – fortgefĂŒhrt. Das mittlere Triebwerk wird dabei als sogenannter S-Duct ausgefĂŒhrt, wobei der Lufteinlauf mittig ĂŒber dem Rumpf angeordnet ist und anschließend S-förmig zum im Rumpfheck gelegenen Triebwerk fĂŒhrt.

Als Dassault in den 1970er-Jahren die Falcon 50 einfĂŒhrte, mussten zweistrahlige Flugzeuge noch ausnahmslos auf Routen fliegen, die in der NĂ€he von adĂ€quaten AusweichflughĂ€fen verliefen, wĂ€hrend fĂŒr Dreistrahler diese BeschrĂ€nkungen seit 1964 bereits aufgehoben waren. Mit der dreistrahligen Auslegung konnten also auf schnelleren und wirtschaftlicheren Routen geflogen werden. Noch heute werden GeschĂ€ftsreiseflugzeuge von der FAA von ETOPS grundsĂ€tzlich nicht zertifiziert (mĂŒssen also nach wie vor immer „in der NĂ€he“ von AusweichflughĂ€fen fliegen), wĂ€hrend die EASA mittlerweile ETOPS-Zertifizierungen fĂŒr GeschĂ€ftsreiseflugzeuge erteilt und diese daher mit zwei Triebwerken auf optimierten Routen fliegen dĂŒrfen. Trotzdem weisen Dreistrahler auch heute noch Vorteile auf, sei es die geringfĂŒgig höhere Sicherheit, die kĂŒrzeren Startstrecken unter Hot-and-High-Bedingungen oder die besseren Steigleistungen. Andererseits sind das Gewicht und der Treibstoffverbrauch tendenziell höher und das dritte Triebwerk stellt einen zusĂ€tzlichen Wartungsaufwand dar.

Bei der 7X kommen drei Mantelstromtriebwerke vom Typ PW307A von Pratt & Whitney Canada – einem Tochterunternehmen des US-amerikanischen Unternehmens Pratt & Whitney – zur Anwendung, die je 28,48 kN (6.402 lbf) Schub liefern. Damit kann im Horizontalflug eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,90 erzielt werden, was in etwa 970 km/h entspricht. Im Bahnneigeflug konnte wĂ€hrend der Flugtests eine Geschwindigkeit von Mach 0,93 erzielt werden. Die typische Reisegeschwindigkeit liegt bei Mach 0,85, die Langstreckenreisegeschwindigkeit betrĂ€gt Mach 0,80. Bei letzterer kann bei elf Personen an Bord (drei Besatzung, acht GĂ€ste) unter IFR-Reserven nach National Business Aviation Association (NBAA) eine Reichweite von 11.020 km (5.950 sm) erreicht werden. UrsprĂŒnglich hĂ€tte eine rund 460 km (250 sm) niedrigere Reichweite erzielt werden sollen, durch die nachtrĂ€gliche Einplanung von Winglets und zusĂ€tzlichen Treibstofftanks konnte die Reichweite jedoch gesteigert werden. Mit den sehr hohen Geschwindigkeiten schließt Dassault zu den Spitzenreitern in diesem Bereich – die Cessna Citation X und die Gulfstream G650 – auf. Allerdings sind beide Konkurrenzmodelle nicht direkt vergleichbar, da die Citation X bezĂŒglich Reichweite und GrĂ¶ĂŸe mehrere Klassen tiefer angesiedelt ist. Bei der Reichweite muss sich die 7X lediglich der Gulfstream G550 und der Bombardier Global XRS knapp geschlagen geben, die G650 ĂŒbertrifft die 7X je nach Version um maximal 2.880 km.

Jedes der drei Triebwerke wird von einem eigenen Set von Treibstofftanks versorgt. Die KapazitĂ€t der beiden Ă€ußeren Sets ist dabei identisch, wĂ€hrend das innere etwas mehr Treibstoff fasst, um die APU (siehe unten) versorgen zu können. Die gesamte TreibstoffkapazitĂ€t liegt bei rund 14.500 kg, was etwa 1.360 kg mehr sind als fĂŒr die ursprĂŒnglich geplante niedrigere Reichweite vorgesehen war. Jedes der drei Sets von Treibstofftanks verfĂŒgt ĂŒber zwei von einem bĂŒrstenlosen Gleichstrommotor angetriebene Pumpen, wobei eine Pumpe jeweils Reserve fĂŒr den Ausfall der anderen Pumpe darstellt.

Strom und Hydraulik

FĂŒr die Stromversorgung an Bord gehört zu jedem Triebwerk ein bĂŒrstenloser Gleichstromgenerator. Um die Triebwerke am Boden nicht treibstoffintensiv laufen lassen zu mĂŒssen und um auch nicht auf eine externe Stromversorgung angewiesen zu sein, verfĂŒgen alle 7X zudem ĂŒber eine Hilfsturbine (Auxiliary Power Unit, APU) vom Typ GTCP 36-150F2M von Honeywell International. Aufgrund der sehr hohen AbhĂ€ngigkeit der Fly-by-Wire-Steuerung von der Stromzufuhr (siehe unten) verfĂŒgt die 7X ĂŒber mehrere Notstromversorgungen. An den Triebwerken 1 und 2 steht neben den Hauptgeneratoren jeweils noch ein permanenterregter Gleichstromgenerator als Notstromquelle sowie zwei Bleiakkumulatoren zur VerfĂŒgung. Als erstes GeschĂ€ftsreiseflugzeug von Dassault verfĂŒgt die 7X ĂŒber eine Ram-Air-Turbine, die beim Ausfall aller fĂŒnf Generatoren die wichtigsten Funktionen des Flugzeugs mit Strom versorgen wĂŒrde.

Das Hydrauliksystem der 7X besteht im Gegensatz zu frĂŒheren Flugzeugen der Falcon-Serie aus drei KreislĂ€ufen, genannt A, B und C. Angetrieben wird jeder Kreislauf von einer triebwerksgetriebenen Pumpe, und fĂŒr den Notfall steht eine vierte (elektrisch betriebene) Pumpe zur VerfĂŒgung. Die Hauptpumpen erzeugen einen Druck von jeweils 3.000 psi (207 bar), die Notfallpumpe einen von 2.800 psi (193 bar). Die verwendete HydraulikflĂŒssigkeit ist vom Typ MIL-H-5606.

Kabine

Die Kabine der 7X weist den Rumpfquerschnitt auf, den Dassault mit der Falcon 900 einfĂŒhrte und auch fĂŒr die Falcon 2000 verwendete. Die Höhe von 1,88 m entspricht durchgehender Stehhöhe, und die Breite von 2,35 m zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten unter den GeschĂ€ftsreiseflugzeugen. Die KabinenlĂ€nge wurde gegenĂŒber der Falcon 900 um rund 1,8 m auf 11,91 m gestreckt. Das Volumen der Kabine betrĂ€gt 43,96 m3 und wird durch weitere 4,4 m3 an Raum fĂŒr GepĂ€ck ergĂ€nzt. Befördert werden können bei enger Bestuhlung bis zu 19 Personen, ĂŒblich sind aber je nach Betreiber nicht mehr als acht bis vierzehn Personen. Der Kabinendruck ist auf jenen normiert, der in 6.000 Fuß (1.830 m) Höhe herrscht, womit die HöhenĂ€quivalenz ein Viertel unter dem bei der EinfĂŒhrung der Falcon in der Branche ĂŒblichen Niveau liegt. Des Weiteren ist die Kabine mit einer Dreizonenklimaanlage ausgestattet, wobei das Cockpit, der vordere sowie der hintere Teil der Kabine je eine Zone darstellen. GegenĂŒber der Falcon 900 wurde die Anzahl der Fenster von 12 auf 14 erhöht, wobei die FensterflĂ€che aufgrund grĂ¶ĂŸerer Fenster um 40 % wuchs. Zudem wurden die Fenster etwas höher im Rumpf positioniert, was eine bessere Aussicht ermöglichen soll. GegenĂŒber der Falcon 900 konnte aufgrund leiserer Triebwerke und verbesserter LĂ€rmdĂ€mmung der LĂ€rmpegel um 4 dB SIL auf 50 bis 52 dB SIL erheblich gesenkt werden, was aufgrund der logarithmischen Skala der Einheit Dezibel einer Reduktion von etwa 50 % entspricht. GemĂ€ĂŸ NetJets besitzt die 7X die leiseste Kabine aller Langstreckenjets.cite-ref-8[8] Je nach Kundenwunsch können eine oder zwei Toiletten sowie eine KĂŒche eingebaut werden. Die hierfĂŒr notwendigen AnschlĂŒsse (vor allem fĂŒr Wasser) stehen sowohl am Ende als auch am Anfang der Kabine zur VerfĂŒgung. Die GrĂ¶ĂŸe des Flugzeugs ermöglicht es, auch fĂŒr die Besatzung einen abgetrennten Ruhebereich vorzusehen.

Die eigentliche Inneneinrichtung wird fĂŒr jeden einzelnen Kunden individuell gefertigt und kann auch bei Drittanbietern durchgefĂŒhrt werden. Der grĂ¶ĂŸte Betreiber, Saudia Private Aviation, ließ seine 7X bei Jet Aviation in Basel ausstatten. Die Inneneinrichtung und die Lackierung fĂŒr NetJets Europe wurde von Norman Foster gestaltet,cite-ref-9[9] und auf der EBACE 2009 in Genf stellte Dassault ein neues Interieur vor, das von BMW Group DesignworksUSA – einer Tochterfirma von BMW – gestaltet wurde.cite-ref-10[10]

Cockpit und Avionik

Die 7X ist das erste GeschĂ€ftsreiseflugzeug, dessen Steuerung komplett mit der Fly-by-Wire-Technik (FBW) erfolgt. Das FBW-System der 7X lĂ€sst keine Flugmanöver zu, die das Flugzeug (beispielsweise durch einen Strömungsabriss) gefĂ€hrden wĂŒrden, woraus eine erhöhte Sicherheit resultiert. Das volldigitale System ĂŒbernimmt außerdem Aufgaben, welche bislang durch die Piloten manuell durchgefĂŒhrt werden mussten, wie beispielsweise die Trimmung, wodurch deren Arbeitsbelastung sinkt. Im Vergleich zu den ebenfalls mit FBW gesteuerten Modellen von Airbus erlaubt das System der 7X eine erhöhte Wendigkeit. Konkret erlaubt die Programmierung eine Belastung von bis zu 3,5g anstelle der 2,5g bei Airbus-Maschinen, und die von Airbus auf maximal 15°/s begrenzte Rollrate wird bei der 7X nur durch die Aerodynamik begrenzt. Weitere EinschrĂ€nkungen, die das FBW vorgibt, sind ein maximaler Nickwinkel von +45° respektive −20°.

Das Cockpit ist mit der Avioniksuite EASy ausgestattet, die von Dassault und Honeywell auf Basis des Honeywell Primus II Epic gemeinsam entwickelt wurde und in allen aktuellen GeschĂ€ftsreiseflugzeugen von Dassault Verwendung findet. FĂŒr die Zukunft entwickeln beide Unternehmen derzeit den Nachfolger EASy 2. Zentrales Element des EASy sind vier farbige Aktiv-Matrix-FlĂŒssigkristalldisplays mit einer Diagonalen von 16,4 in respektive 42 cm. Den beiden Piloten steht dabei jeweils eines dieser Displays als sogenannter Primary Flight Display (PFD) zur VerfĂŒgung, der hauptsĂ€chlich fĂŒr „taktische“ Informationen wie Flugdaten dient. Die beiden anderen Displays, Multifunktionsdisplays genannt, sind mittig ĂŒbereinander angeordnet und stellen „strategische“ Informationen wie die Flugroute dar. Die Piloten profitieren außerdem vom FBW-System, das sie nicht nur von einzelnen Aufgaben, die nun automatisch durchgefĂŒhrt werden, entlastet, sondern es verschwinden auch die klassischen Steuerhörner. Die Steuereingaben erfolgen nun ĂŒber zwei – jener fĂŒr den Piloten links und jener fĂŒr den Copiloten rechts – sogenannte Sidesticks, eine Art Joystick. Von diesen werden die Steuerbefehle an die Flugcomputer und weiter an die SteuerflĂ€chen ĂŒbertragen. Diese werden nicht mehr mit mechanisch betĂ€tigter Hydraulik, sondern von bĂŒrstenlosen Gleichstrommotoren bewegt.

Das Herz des FBW-Systems der 7X sind drei digitale Zweikanalflugcomputer (Main Flight Computer, MFC), wovon im normalen Flugbetrieb lediglich einer benötigt wird. Im Falle eines Ausfalls wĂŒrde der zweite MFC und schließlich der dritte MFC ĂŒbernehmen. WĂŒrden alle drei MFC ausfallen, so wĂŒrde die Flugsteuerung von drei digitalen Einkanalflugcomputern (Secondary Flight Computer, SFC) ĂŒbernommen, die sich jeweils gegenseitig ĂŒberwachen. WĂŒrden auch die SFC ausfallen, steht noch ein letzter Backup-Computer zur VerfĂŒgung, mit dem das Flugzeug nach wie vor sicher gesteuert werden könnte. Im Falle, dass auch dieser ausfallen wĂŒrde, könnte die 7X schließlich noch manuell gesteuert werden.

Zur Avionikausstattung zĂ€hlt ferner ein zweifach ausgelegtes Flight Management System (FMS), ein zweifach ausgelegtes Inertiales Navigationssystem, zwei 24-Kanal-GPS-EmpfĂ€nger, ein Wetterradar vom Typ Primus 880, Bodenkollisionswarnssystem der neuen Generation (Enhanced Ground Proximity Warning System, EGPWS) und ein Radarhöhenmeter. Ferner sind vier redundante Flugdatencomputer und vier zugehörige SmartProbe-Sensoren eingebaut. Diese von Goodrich zugelieferten Sensoren messen Anstellwinkel, Schiebewinkel, statischen Druck und Pitotdruck. Zusammen mit ebenfalls vier Temperatursensoren können die Flugdatencomputer daraus alle weiteren relevanten Daten wie Höhe und Geschwindigkeit berechnen. Optional ist zudem ein Satellitenkommunikationssystem erhĂ€ltlich. Ebenfalls optional erhĂ€ltlich sind Head-up-Displays (HUD) fĂŒr die Cockpitbesatzung von Rockwell Collins.

Produktion

Am Bau der 7X sind eine Vielzahl von Zulieferern beteiligt, die teilweise nicht nur spezialisierte Einzelteile, sondern auch ganze Rumpfsegmente fertigen. So stammt das Höhenleitwerk von EADS CASA, LatĂ©coĂšre liefert das HeckstĂŒck des Rumpfes, Socata zeichnet fĂŒr das obere RumpfmittelstĂŒck und Rumpfverkleidungen verantwortlich, Stork-Fokker fertigt die SteuerflĂ€chen an der Rumpfhinterkante, Leonardo und Safran liefern ĂŒber ihre Tochterunternehmen Aermacchi respektive AirCelle die Triebwerksgondeln sowie die Schubumkehrer zu, und Saint Gobain Sully erhielt den Auftrag, die Cockpit- und Kabinenfenster zu bauen. Safran liefert ĂŒber ein weiteres Tochterunternehmen, Safra Landing Systems, das Fahrwerk sowie die Bremsen zu.

Dassault selbst bringt alle seine Werke in die Fertigung der 7X ein. So werden die TragflĂ€chenunter- und -oberseiten in Seclin gefertigt, wĂ€hrend die Montage der TragflĂ€chen in Martignas-sur-Jalle erfolgt. Die Bugsektion des Rumpfes wird in Argenteuil hergestellt, der Zusammenbau des Rumpfes erfolgt in Biarritz, und in Bordeaux-MĂ©rignac werden die Maschinen endmontiert. Die Innenausstattung erfolgt schließlich im Dassault-Werk in Little Rock, Arkansas, USA, sofern der Kunde nicht einen eigenen Innenausstatter gewĂ€hlt hat (siehe auch oben).

Speziell an der Fertigung der 7X sind insbesondere die komplett papierlose Entwicklung im von Dassault selbst entwickelten CAD-Programm CATIA. Dies ermöglichte eine frĂŒhere und bessere Einbindung der Zulieferer, einen kompletten Verzicht auf Papier sowie eine Reduktion der notwendigen Modelle. Eine weitere Eigenheit ist die Fertigung des RumpfmittelstĂŒcks in zwei HĂ€lften anstelle der sonst ĂŒblichen Röhrenform. Dies ermöglicht einerseits die Vergabe der einfacheren oberen HĂ€lfte an einen Zulieferer, wĂ€hrend die Fertigung der komplexeren unteren HĂ€lfte mit den Tanks bei Dassault verbleibt, und andererseits können so die ArbeitslĂ€ufe bei der Montage effizienter gestaltet werden. Dassault gibt an, die Montagezeit der 7X gegenĂŒber einer Falcon 900 um rund 50 % reduziert zu haben.

Nutzer

GrĂ¶ĂŸter Betreiber mit vier bestellten 7X und drei Optionen ist bislang Saudia Private Aviation (SPA), ein Tochterunternehmen der Saudi Arabian Airlines. Volkswagen Airservice betrieb u. a. bis zu fĂŒnf (D-AGBE/F/G/H/I) Falcon 7X.cite-ref-11[11] Weitere Betreiber sind Cat Aviation (3 Maschinen) und NetJets Europe (2 Maschinen). Erster staatlicher Betreiber ist die staatliche russische Airline Rossija, die im Auftrag der russischen Regierung eine Falcon 7X in VIP-Konfiguration betreibt. FĂŒrst Albert II. von Monaco besaß eine Falcon 7X als offizielles Flugzeug der FĂŒrstenfamilie, die mittlerweile durch eine Falcon 8X abgelöst wurde.cite-ref-12[12]

Staatliche Betreiber:

‱ Australische Luftwaffe (3 Exemplare)
‱ Djiboutis Regierung (1 Exemplar)
‱ Ägyptens Regierung (1 Exemplar)
‱ Französische Regierung (2 Exemplare)
‱ Griechische Luftwaffe (1 Exemplar)
‱ Ungarische Luftwaffe (2 Exemplare)cite-ref-13[13]cite-ref-14[14]
‱ Monacos Regierung (1 Exemplar)
‱ Namibias Regierung (1 Exemplar)
‱ Nigerias Luftwaffe (2 Exemplare)
‱ Russlands Regierung (2 Exemplare)

Private Nutzer:

‱ Taylor Swiftcite-ref-15[15]
‱ Frank Stronachcite-ref-16[16]

Technische Daten

| Kenndaten | Falcon 7X [ 17 ] [ 18 ] [ 19 ] |
|---|---|
| Besatzung | 2-3 Piloten |
| Passagiere | bis zu 19 |
| LĂ€nge | 23,19 m (76 ft 1 in ) |
| Spannweite | 26,21 m (86 ft) |
| Höhe | 7,8 m (25 ft 7 in) |
| KabinenlÀnge | 11,91 m |
| Kabinenhöhe | 1,88 m |
| Kabinenbreite | 2,35 m |
| Kabinenvolumen | 43,96 mÂł |
| GepÀckraum | 4,4 m³ |
| FlĂŒgelflĂ€che | 70,7 m 2 (761 ft 2 ) |
| FlĂŒgelstreckung | 9,72 |
| FlĂŒgelpfeilung | 34° (innen) / 30° (außen) |
| max. Startmasse | 31.300 kg (69.000 lb ) optional 31.750 kg (70.000 lb) |
| Höchstgeschwindigkeit | Mach 0,90 (970 km/h) |
| Typische Reisegeschwindigkeit | Mach 0,85 |
| Langstreckenreisegeschwindigkeit | Mach 0,80 |
| Landegeschwindigkeit | 190 km/h |
| Startstrecke | 1.678 m (5.505 ft) |
| Landestrecke | 689,5 m (2.262 ft) |
| Flughöhe | 14.935 m (49.000 ft) |
| Dienstgipfelhöhe | 15.545 m (51.000 ft) |
| Reichweite | 11.020 km (5.950 sm ) |
| Triebwerke | 3 Pratt & Whitney PW307A |
| Startschub | je 28,48 kN (6.402 lb f ) |
| Preis | ca. 41 Millionen US-Dollar [ 20 ] |

Vergleichbare Flugzeuge

Direkte Konkurrenten der 7X sind die Gulfstream G550 und seit 2012 die Gulfstream G650 von Gulfstream Aerospace sowie die Global Express XRS von Bombardier, welche ein Ă€hnliches Platzangebot, eine Ă€hnliche Geschwindigkeit und eine Ă€hnliche Reichweite bieten. Indirekte Konkurrenten sind die davon abgeleiteten gĂŒnstigeren Modelle Gulfstream G500 und Bombardier Global 5000, die bei gleichem Platzangebot deutlich niedrigere Reichweiten erzielen. BezĂŒglich Reichweite und Raumangebot in derselben Liga wie die 7X spielt ferner die Gulfstream V, die mittlerweile aber nicht mehr produziert wird. Hinzu kommen eine Vielzahl entfernter indirekter Konkurrenten wie die zwar Ă€hnlich große, aber reichweitenschwache und langsamere Legacy 650 von Embraer, die sehr große, aber immer noch recht reichweitenschwache und langsamere Embraer Lineage 1000 oder die noch einmal grĂ¶ĂŸeren und mit Ă€hnlicher Reichweite wie die 7X ausgestatteten Boeing 737 Business Jet und Airbus A319 Corporate Jetliner.

Siehe auch
Literatur

‱ J. Moxon: French Revolution. In: Flight International. Juni 2005, S. 9–99.

‱ Online-Version

‱ C. MĂŒller: Flugzeuge der Welt 2010. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-03174-6.

Weblinks

Commons

: Dassault Falcon 7X

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Typenseite von Dassault
‱ Musterzulassung der FALCON 7X – EASA-TCDS-A.155 (PDF; 44 kB)
‱ Beschreibung auf aerospace-technology.com (engl.)
‱ Le Bourget 2011 (französisch, 8 min)
‱ Aerostructures for the Dassault Falcon auf leonardocompany.com (engl.)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ dassaultfalcon.com (Memento des Originals vom 4. MĂ€rz 2016 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dassaultfalcon.com
cite-note-22. ↑ MĂŒller, 2010, S. 133.
cite-note-33. ↑ flugrevue.de (Memento des Originals vom 16. Juli 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.flugrevue.de
cite-note-44. ↑ Flug Revue August 2011, S. 43, Falcon 7X darf wieder fliegen
cite-note-55. ↑ dassaultfalcon.com: 200th Falcon 7X Enters Completion Featuring a Host of New Customer Options (Memento des Originals vom 20. September 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dassaultfalcon.com, vom 9. Juli 2012.
cite-note-66. ↑ dassaultfalcon.com: Typeninformation auf der Website von Dassault
cite-note-77. ↑ Falcon 7X. Abgerufen am 24. Januar 2023 (amerikanisches Englisch).
cite-note-88. ↑ www.netjetseurope.com: Faktenblatt Dassault Falcon 7X (Memento vom 10. MĂ€rz 2014 im Internet Archive) (PDF; 806 kB)
cite-note-99. ↑ archicentral.com (Memento des Originals vom 1. Juni 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.archicentral.com
cite-note-1010. ↑ V. Thomalla: EBACE 2009 in Genf – Business Aviation zeigt StĂ€rke. In: Flug Revue. Juli 2009, S. 36–40.
cite-note-1111. ↑ airframes.org: AIRFRAMES.ORG – Aircraft Database – airline WGT fleet. In: www.airframes.org. Abgerufen am 10. Mai 2016.
cite-note-1212. ↑ Luxusflieger: FĂŒrst Alberts neues Spielzeug. Abgerufen am 5. MĂ€rz 2013.
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cite-note-1414. ↑ https://www.planespotters.net/photo/1101235/607-hungarian-air-force-dassault-falcon-7x
cite-note-1515. ↑ JetSpy - The #1 Private Jet Tracker. Abgerufen am 7. Februar 2024.
cite-note-1616. ↑ Stronach ganz privat, Kronen Zeitung, 3. August 2013 (online). Abgerufen am 3. Mai 2024.
cite-note-f7x-fact-page-specs-171. Falcon 7X Specs (Memento vom 14. Januar 2010 im Internet Archive)
cite-note-f7x-fact-page-perf-182. Falcon 7X Performance (Memento vom 29. Dezember 2010 im Internet Archive)
cite-note-f7x-fact-page-engines-193. Falcon 7X Engines (Memento vom 14. Januar 2010 im Internet Archive)
cite-note-204. www.flightglobal.com (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive) Kelley Malcher: Onboard the 7X